Ideenjonglieren im Alltag
"Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky)


Samstag, März 29, 2003  

pah - selten dämlich - natürlich ist es eine Stunde KÜRZER heut nacht ...
Komme gerade zurück von einer Shopping-Tour. Manchmal muss ich einfach Geld ausgeben obwohl ich keins habe. Zwei dunkelrote Samtkissen. Ein "N" und ein "E". Buchstaben sind doch das Tollste was es auf der Welt gibt. Wenn ich jemals etwas vertreiben werde, dann wird es ein Shop sein in dem es alles was mit Typographie und Alltagsgegenständen zu tun hat.
Dann lief mir ein glücklich lächelndes, offenbar sehr verliebtes Paar über den Weg. Ich dachte, diese Affaire, begonnen als Gerücht an meiner FH, sei ebenso flüchtig wie es Affairen nun mal an sich haben. Beide zeigten sich auch nach kurzer Zeit auch nie wieder zusammen. Das Gerücht unter den Studenten, daß Prof M. und Prof. L. eine Affaire haben verebbte, genauso wie die Spekulationen über Prof. B. und E., die offensichtlich eine sehr unkonventionelle Form des Zusammenlebens führen. Ich beneide derlei inspirierende Paare. Warum klappt es bei anderen zusammenzuarbeiten UND zu leben? Ich denke auch an bekanntere Paare, Paris der 20er - was machen diese anders, daß es funktioniert? Daß die beruflichen Schnittstellen befruchten und nicht Abreibepunkte werden?

posted by Catherine | 3/29/2003 08:09:00 AM


Freitag, März 28, 2003  

Ich habe heute zum großen Teil selbständig meinen Mac wieder reparieren können, wow! Jetzt fehlt nur noch die Wiederanbindung ans Netzwerk mit meinem PC und die Lösung für das merkwürdige Problem, warum ich mein System 8.1 nicht updaten darf auf der einen Festplatte. Es ist irre praktisch zwei Platten zu haben. Wichtig ist: beide sind da, beide laufen, wenn auch die wichtigere nur auf System 8.1. Aber das tut der Möglichkeit meinen Auftrag (32 Seiten Zeitschrift) zu beginnen keinen Abbruch. Juchu! Was ich heut abend mache weiß ich noch gar nicht. Dabei haben wir ja eine Stunde länger, wie schön! Früher war das ja immer ein Must zum Langeausgehen.

posted by Catherine | 3/28/2003 04:51:00 PM
 

Catherine's Synchronizitäten - Teil 29 a und b und c
a) Theater war ganz ok. Vor allem Ottos Mops mag ich. Danach freute ich mich schon diebisch den Schauspieler, den ja André kannte mit dem Satz zu überraschen, daß mir das Stück seine Mutter empfohlen hat. Das erste was ER jedoch zu mir meinte war: "Ich kenn dich von der Mensa. Von der FH." Erst ein paar Minuten später wurde ICH dann meinen Satz los. Große Augen seinerseits. Dann Gelächter. Hilfe, diese Millionenstadt hier wird immer kleiner!
b) Danach mit André in ne Kneipendisco, dort läuft mir zum allerallerersten Mal zufällig Mike2 über den Weg. Sehr kurzes Wortgeplänkel. Er sucht gerade seine abhandengekommene Freundin zum gleich Gehen, wir suchen einen Platz. Ich stelle mir vor André zu erzählen, daß ich sowohl den Typen gestern als auch Mike2 von einer Knutscherei kenne. Tu ich natürlich nicht erzählen. Schmunzele innerlich. Zwei Tage hintereinander mit André weg und ich treff erst DenOhneNamen und dann Mike2.
c) Als André gehen will treffe ich schon wieder zufällig den Freund einer Freundin, die ich kurz vorher noch angerufen habe, ob sie mitkommen mag, da sie doch in der Nähe der Disco wohnt. Sie war allerdings nicht zu hause. DAS wäre wirklich ein schöner Zufall gewesen.

posted by Catherine | 3/28/2003 04:33:00 PM
 

Catherine's Synchronizitäten - Teil 28 a und b und c
Gestern Schauspieltraining. Neue Truppe. Bunt gemischt von 16 bis über 60. Durchweg angenehm.
a) Hab Betty erzählt, daß sie mit Ina lernen wird. Erstauntes Gelächter.
b) Eine der älteren Damen schwärmte mir von ihren beiden Kindern vor, Mitte 30, die gerade in einem Jandl-Stück spielen, solle ich mir unbedingt anschauen, läuft nur noch heute und morgen. Nur 12 Eur. Nur? Bedauerlich zu teuer für mich derzeit. Sie hörte nicht auf zu schwärmen. So schade, daß gestern so wenig Leute in dem Stück gewesen seien, nur so sechs Zuschauer. Und die Schauspieler hätten doch so einen Spaß gehabt. Ich solle es unbedingt sehen. Ich schmunzelte und fragte mich ob meine Mutter wohl auch so für das was ich mache schwärmen würde? Später war ich noch mit André verabredet. Er fragte, ob ich Lust hätte morgen mitzukommen ins Theater. Günstiger. Ein Stück von Jandl. Ich schmunzelte. Er kenne da einen Schauspieler. Der sagte zwar, daß gestern nur Bekannte und Freunde da gewesen wären - und eben seine Mutter ....aber es sei gut, sehr gut. Manchmal fühle ich mich wie im Film. Eingebunden in einen Reigen von Zufälligkeiten. Schön.
c) In der Kneipe, wo ich mit André verabredet bin lasse ich mich an einem Tisch auf einer langen Bank die sich über zwei Tische erstreckt nieder. Am Nebentisch ein bekanntes Gesicht. Ein Typ mit dem ich letztes Jahr im Sommer ziemlich betrunken einen lauen Sommermorgen am Rhein erlebt habe. Knutschend. Ein Typ dessen Name mir nicht mehr einfällt. Himmel, bin ich wirklich schon so alt?

posted by Catherine | 3/28/2003 01:59:00 AM


Donnerstag, März 27, 2003  

Catherine's Synchronizitäten - Teil 27
"Du kannst dir nicht vorstellen, wie breit ein Pferd nach zwei Stunden sein kann." sagte Betty gestern zu mir und klagte am Telefon über ihren Muskelkater nach ihrer Reitstunde. Dann eilte ich zu Ina zum Essen und - so langsam glaube ich wirklich daß ich in ein ganz ganz dichtes Netz hier eingebunden bin, stellte sichheraus, daß sie sich gerade mit Betty verabredet zum Lernen. Obwohl da zwischen mir jeweils keinerlei Verbindung bestand. Solche Zufälle passieren mir wirklich nahezu unglaublich häufig.

posted by Catherine | 3/27/2003 06:02:00 AM


Dienstag, März 25, 2003  

Seit Sonntag steh ich morgens wieder auf! Und das obwohl ich gestern abend zwei Stunden mit Gerald (HH) telefoniert habe. Der hat eine Stimme, die geht durch und durch ... hui ... *g ... Recht belanglose Themen, aber eine merkwürdige Nähe obwohl wir erst zum zweiten Mal telefonieren, sehr angenehm ohne besonders aufregend zu sein. Ich mag männliche Stimmen, die sich frei bewegen, die eine Bandbreite haben zwischen laut und leise, die sich Laute trauen, die privat zu nennen sind, wohlige Laute als säßen wir nebeneinander. (Nein, es hatte nichts mit Telefonsex zu tun, ihr neugierigen ) Eine Stimme, die eher hell zu nennen ist, die durchaus eindeutig einem Mann zuzuordnen ist, die eine gewisse Androgynität vermuten läßt, die mich an André erinnert, die mich neugierig macht, die ich mag. Folgendes sagte ich dann auch: „wenn du nun hier in der Umgebung leben würdest, hätte ich dich schon längst mal eingeladen“. Zu offensiv? schmunzel ... die Tendenz habe ich manchmal vor allem, wenn ich mich mit jüngeren Männern unterhalte, merkwürdig. Vielleicht habe ich dann die Dinge, die Unterhaltungen und Entscheidungen lieber in der Hand? „Kommst du immer so schnell zur Sache?“ fragtest du mich am Anfang und bedauertest daß ich deinen Eingangssmalltalk vom Tisch zu kehren versuchte und ich lachte. Aber doch, da ist was dran. Statt mich erst einmal im Jetzt verbal zu orientieren oder mal still zu sein nehme ich sofort jedes Stichwort auf. Das heißt durchaus schon, daß ich zuhöre, aber vielleicht zu schnell bin und wenn mein Gegenüber nicht folgen kann, verbal davonpresche. Passiert mir aber vor allem dann, wenn ich mein Gegenüber nicht oder kaum kenne. Dann will ich eben MICH zeigen. Ich muß noch den frechen B. von finya mit dem recht harten Musikgeschmack mit diesem sinnlich-sanften Telefonierer in Übereinstimmung bringen. Es ist immer wieder interessant eingeschränkt durch die Zwänge der vorhandenen Kommunikationskanäle jemanden kennenzulernen. Aber ich bin da auch realistisch. „Nur“ um jemanden kennenzulernen fahre ich nicht nach HH. Wobei: ich muß zugeben mich zu freuen, wenn ich jobtechnisch dort bald mal wieder hinfahren könnte.*g

So now, tomorrow will be my English-Day, if I’ll get it to start with the paper to apply for participation for this conference on design and gender. Among lots of other things to do, first of all once again Sozialamt and lots of phone calls concerning bureaucracie *hmpf. ...
„Wie ist dein Verhältnis zum Finanzamt?“ – one question from the profile in finya comes to my mind ... pfhhhhhhhhhhh – don’t ask!.
I really can’t understand what the hell they are doing if I have to check out every single amount of money. Beeing unemplyed is a full-time job, the most time has to be fixed for the project controlling the work of the departments, expecially labor office and the one for social affairs, second is sitting in waiting rooms, third argumenting with the so called advisers, officers for a lifetime or should I say to death?
Today I had to write a short offer mail for a freelance project (a 32-paged magazin which is published 4 times a year) in english. Talked to the publisher later on the phone, a very nice american, I really like this accent it reminds me on Tony, my acting teacher. It is very low paid but I guess I HAVE to say yes tomorrow ... a possibility to gain experience in magazin DTP won’t be that bad. Further a member of the CCC, an actress, called me to ask if I design cards as well? Hey, that won’t be a problem, OF COURSE I can do that, I am a designer! J I have to make the changes for Steffens new card and letter design, too, but: all that stuff must wait until my mac will be healthy again. Who the hell can help me with that real existential problem??? I don’t have a network of jobpartners anymore, I still sufferfrom that, it’s a mess! There are two very very interesting jobs I still didn’t prepared the application because missing QuarkXPress and my patterns in my mac not doing a single pling! Problems everywhere ... that’s what I wrote to Ina and she made me smile with this phrase that problems like to join other problems and in my mind I came up with a funny very very strange tea party, like to say a mad tea party (big smile to Marc) where Miss Euro who has to be one of these british nurses, but with the figure of a clothes peg and this old fasioned golden buttoned purses meets Miss Illness with the grey thin hairs and hollow cheeks on her walking-stick complaining that Mister Wrong, the blond long haired and really not well-proportioned giant without any brains is allways late, which doesn’t really matter, throws the Miss Demotivation in, a blond secretary busy with their manicure throwing an eye on Mr. Impatience struggeling with the nearly sleeping Misses Yawn, because no one really likes his dumb babble. But what made me really frightened is the way they settled down in this nice living room myself! That’s MY home! What the hell can I do to say goodbye to them, these uninvited guests settled here for too much time? Hey, there comes my own private butler who feeds them with a „Quality Street“-can filled with my sorrows! I have to dismiss him, that’s the first thing I have to do! And stop worriing and feeding this Mad Tea Party which is good for really nothing except for the benefit of nursing and bringing up my own problems. I won’t check if I can trust my eyes that Miss Demotivation might really be pregnant, I remember of listening a chat between Miss Yawn and her best friend Miss NoSports on this rumor that Miss Demotivation had an affair with Mr. Technicalbreakdown AND good old Mr. Excuse. Oh no! Neither this nor that parents are what I want for a further child in my living room upstairs! And this whispering voice over the whole room made me crazy, please stop with your announcements Mr. Delighted. I won’t believe that my missucces has always to do with some esoteric question behind concerning destiny. „He he „ – you’re laughing meanfully – „Your Mac doesn’t want you to make new design orders – what else could it mean....?“ you singsang in the air. I don’t believe in every matter of fact in a meaning beyond things! I won’t! Not every illness is psycho-pathologic! (But when? When not?) I’m looking for cure ...have to care, to clean up my living room and to say good bye to this illustred society, even acceppt that I might kill some of them I got used to hang around on my sofa! But how? And who will clean up the blood-spots on the carpet?

This would be a nice short-film,eh? Well, still my phantasy works, haha. She – and the phantasy has to be female, I am sure, whisperd yesterday another (not that very new) idea, during talking to Gerald. We came up with another version of a scenery with „my“ „Rent-a-dream“-Agency, an idea I developed first time in one of the last calls with Mike, a very nice and endless funny as well as exciting „tool“ to ask for dreams and preferences and everything you want to with the wunderfull freeness to go as far as you want, to thrill reaching your boarders... no I don’t tell you everything ... *ggg This has real potential as a very good basis idea for a novel! What can I do to shut up you, Miss Demotivation to start with it, to start something??? Tomorrow evening I’m going to meet Ina, next evening dancing, yeah, I missed it for so terrible long as Saturday this Salsa-Disco has been closed. I have to do more sports! Even SOME sport. Well, I’m going to start when I will have my fasten week I am going to start in some days depending on when I will fix my party, this depending on my success in finding a new room which is less expensive. Unfortunately this very nice guys choosed the other girl beeing their roommate who has been with me there on saturday. Tomorrow too, I have a meeting with this internet-content-provider for whom I will do telephone marketing the next weeks. I really want to start finally! Now I have a look at this very intersting book I took from library today („Complaints to universe“ – ist the second book on „Orders from Universe“ – see in my linklist and have fun) and go to sleep with thoughts on remembering my dreams!

posted by Catherine | 3/25/2003 03:28:00 PM
 

"don't tell it - DO it" - what's important on stage is as well in life, indeed ...
today: writing a summary of my final exam which was from now on 4 years agao - unbelievable! where are the years gone? who has hide them?

posted by Catherine | 3/25/2003 01:32:00 AM


Sonntag, März 23, 2003  

So, mein Geburtstag ist fast wieder vorbei. Gestern dann statt der geplanten Party mich entschieden lieber im kleinen Kreis zu „feiern“, überwiegend Menschen, die ich kaum kenne – meine „Literaturgruppe“, allesamt sehr nette, wenn auch recht ruhige Menschen – wobei ich über André zunehmend überrascht bin, er gehört wohl auch zu denen die eine Auftauzeit brauchen. Er, sein Kumpel, den er unbekannterweise mitbrachte und der eine sehr philosophische, wenn auch provokante Linie in die Unterhaltungen des Abend brachte, was ich immer sehr interessant finde – und ich landeten dann nach allgemeinem Aufbruch um kurz nach 12 in einer wunderbaren Cocktailbar. Interessante Gespräche, mal wieder Theater und meinen Lebenslauf hab ich schon länger nicht mehr erzählt.

Steffen ging ja auch sogar schon vorher, sonst nicht seine Art, wie schade! Als er noch da war und im Gespräch rauskam, daß er mein ehemaliger Bürokollege war fragte Sonja vorwitzig, ob DAS denn mein Ex sei und auf unser lachendes nein, meinte sie bedauernd, daß sie ihn ja schon gerne mal kennengelernt hätte, woraufhin ich nur meinte, wir hätten ja keinerlei Kontakt mehr und Steffen sofort einwarf – Das ist auch besser so – ein Satz, der mich in seiner Rigorosität überraschte. Weil er nicht wirklich passte. Nicht mehr. Heute im Park dachte ich zwar schon ab und an mal daran, daß er mich vor einem Jahr angerufen hatte, aber mehr so mit dem Hinblick darauf, was alles in dem Jahr bei vielen anderen Bekannten und Freunden passiert ist, in meinem Leben aber stagniert alles. Ich tu ja auch nix, woher auch – gerade kokettier ich ja fast schon per SMS mit Mark R. aus M. damit. Ein Szenario in meinem Kopf: ich laufe an Mike vorbei, er grüßt kurz, geht weiter, dreht sich dann wieder um, zwei Schritte zurück, gratuliert mich und dann die unvermeidliche Fragerei des Wiegehtswasnachtstdu. Ich würde dann erzählen, daß ich in zwei Wochen nach Berlin ziehe und bei meiner Traumagentur anfange zu arbeiten. Einfach so. Werden positive Lügen schneller wahr?

Gestern mal wieder ein witziger Zufall: Anja, die ich kaum kenne: Wir redten über notwendige Nebenjobs. Ich erzählte von meinem letzten Auftraggeber und seinem Geiz, seiner rhetorischen Brillianz einem Scheiße zu verkaufen und sich dann noch darüber zu freuen ein Schnäppchen gemacht zu haben. „Wo war das?“ „Ach nur ein 1 Mann- Unternehmen, so ein Trainings- und Consultingunternehmen“ „Wie hießen die?“ „Kennt kein Mensch, also T-Consulting“ Brüllendes Gelächter als sie den Namen des Chefs nannte. Die Welt ist klein. Und der Rest des Abend bestand aus immer mal eingeworfenen Lästereien über diesen Mann, der mich definitiv inspirierte mal ein Buch über diese ganzen NLP-Manipulatoren zu schreiben. Und Jaqueline (auch auf AB) wird mit ihrer (beneidenswerten?) Zusatzausbildung wohl auch so eine ...

Als ich vom Flohmarkt mit Patricia zurückkam war auf meinem AB ein HappyBirthday – gespielt! Ich erkannte zuerst nich was das für ein Instrument war, hörte sich fast an wie ein auf E-Gitarre gestelltes Keyboard. Dann wurde mir aber schnell klar, daß es eine live Gitarre sein mußte, merkwürdig verzerrt allerdings. Zauberte mir ein Lachen – das war Mark S.! Und das zwischen zwei Auftritten! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, toll! Davor – im zweiten Versuch bereits Mark R., mit dem ich eben ewig telefoniert habe ohne wirklich etwas persönliches zu sagen, wirklich komisch. Doch - mir fällt ein, ein Kompliment gab es, das hab ich einfach überplaudert. Ich kann mit spontanen Komplimenten schlecht umgehen. *kopfschüttelndlach ...
Meine erste Gratulantin – von den anwesenden mal abgesehen – war Ina, per SMS, heut um viertel vor zehn oder so, da schlummerte ich noch tief und fest. Sogar Gina hat mir gesmst, das hat mich auch sehr gefreut! Gina, dich vermiss ich hier. Und Bea, dich auch – obwohl es komisch ist nach so langer Zeit mal wieder mit dir zu reden, man entfremdet sich und noch befremdlicher ist darüber nur wenig Bedauern zu spüren. Und von Pete ne wirklich witzige Online-Grußkarte. Armin, den ich gestern vermisste klärte mich per SMS auf warum er nicht da war. Hach, irgendwie muß doch auch mal was Positives passieren! In jeder Leben!

Was such ich mir bloß für den Büchergutschein aus? Und ich bestell mir schonmal schönes Wetter ab sofortgenau so wie heute und wärmer um die neue Picknickdecke mit Klettverschluß und Transportgriff einzuweihen! Mit wem.....???

posted by Catherine | 3/23/2003 02:27:00 PM
 

Skan-Theaterarbeit DAS klingt genau danach was ich machen möchte! Gestern mit André bei leckerem Cocktail mich mal wieder in meine Theatersehnsucht und Begeisterung reingesteigert. Hach, wenn ich doch meine Power kanalisieren könnte, so verpufft sie - schon viel zu lange! Aber WAS tun? WAS?

„Wenn das Instrument des Schauspielers, sein Körper, durch Training gestimmt ist, verschwinden die kraftaufreibenden Spannungen und Angewohnheiten. Er ist jetzt bereit, sich den unbegrenzten Möglichkeiten der Leere zu öffnen. Doch das hat seinen Preis. Diese ungewohnte Leere macht ihm natürlich Angst...&endash; vor der Leere in einem selbst, vor der Leere im Raum. Um von der Angst wegzukommen, versucht man sofort, diese Leere zu füllen, damit man etwas zu sagen oder zu tun hat. Es bedarf echten Selbstvertrauens, um still zu sitzen oder zu schweigen. Ein großer Teil unserer übermäßigen, unnötigen Entäußerungen rührt von der Horrorvorstellung her, wir würden, wenn wir nicht ständig signalisieren, daß wir existieren, auf einmal tatsächlich nicht mehr da sein..." (Peter Brook)

posted by Catherine | 3/23/2003 03:17:00 AM


Freitag, März 21, 2003  

Himmel, bin ich neugierig. Eben eine Berliner Nummer auf meinem AB, nachdem ich nach 2 Tagen ohne Netz und Fon wieder online bin, den freizukriegen da ging gerade mein heute erhaltenes Geburtstagsgeld drauf - was ein Stress - und die dann zurückgerufen, es war diese Berliner Agentur! Die wollten mir einen Brief schicken, der kam aber zurück, da sie noch die alte Adresse hatten - sowas, meine "neuen" Daten standen doch in jeder der letzten Mails! "Was wollten Sie mir denn schreiben?" fragte ich und die Stimme am anderen Ende meinte - "Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich bin nur die Aushilfe." Auch Nachfragen half nix! Uaaaaaaaah!

posted by Catherine | 3/21/2003 09:08:00 AM
 

Gestern mit Armin in "About Schmidt" - war in einer Stimmung kurz unter der Oberfläche - da tauchten Tränen in meine Augen an Stellen, wo andere vielleicht lachten. Eine Kommödie soll das sein??? Schmidt könnte mein Vater sein, mir war als erlebte ich es so nahe, so so nahe. Diese Unfähigkeit sich zu öffnen, diese Erstarrtheit. Es ist so traurig. Nur materiell Komplimente machen können. Oder über/mit essbarem. Sich sättigen. Der ganze Film über war meine Familienaufstellung im Dezember derartig präsent... ein unglaublich guter Film. So unamerikanisch, so uneitel. Auch zunächst unhübsche Menschen können hübsch sein. Es hätte fast meine Familie sein können. Auch der Mann, den Schmitts Tochter heiratet - wie mein Lieblingsonkel, genau so. Die Filmmusik, die möchte ich.
Später diskutierten wir über den Titel und ich meinte entgegen Armins fester Überzeugung auch dieser Titel sei unübersetzbar, daß dieser Film einen deutschen Titel haben kann. Haben muß. "Was Schmidt betrifft".

posted by Catherine | 3/21/2003 08:48:00 AM


Mittwoch, März 19, 2003  

Es gibt nur dämliche Menschen - wie dieser beschissen arrogante BWL-Schnösel, vermutlich jünger als ich, der eine Rechercheuse suchte für seine noch zu beginnende Dissertation und mich so derart von oben herab behandelte am Fon gestern, daß ich mir für das nächste Mal dieser Fälle vornehme einfach all das zu sagen, was ich mir verkniffen habe. Was bildet sich so einer denn überhaupt ein? Ich KANN rechertchieren! Und wenn es um das Thema Unternehmenskultur geht erst recht! Sollte er allerdings einen einseitigen Betriebswirtschaftlichen Blick darauf werfen, wo er doch schließlich eine "wissenschaftliche" Herangehensweise benötigt, schreibe er doch an einer Dissertation (! nicht Doktorarbeit, nicht "Diss" wie diejenigen sagen, die ich kenne, nein "D i s s e r t a t i o n heißt diese "Forschungsarbeit", ich bin schwer beeindruckt)! Äh, danke für die Belehrung, ich wußte ja nicht, daß Designer soooooo blöd sind und nur kritzeln! Völlig perplex war er als ich meinte, ich könne keine Noten (ich lach mich scheckig, das wollte ja noch nie jemand!!!) liefern für Marketing, da ich das als Fach so direkt nie hatte. Sowas von scheuklappig habe ich schon lange keinen Menschen mehr erlebt!!! "Na, dann senden Sie (SIEEEEE *prust) mir einfach Ihr Abiturzeugnis" meinte er (nein, liebe Leute, das ist kein Witz!) Ich glaub ich schreib dem mal was nettes - und wenn er dann DARAUF nicht reagiert, dann soll er sich eben ein BWL-Püppchen suchen ... *kopfschüttel

Genauso heute in einer völlig sehr sehr sehr seltsamen neuen Firma ohne jegliche Türschilder (ja, neu, und aus Pooooolen) mit drei furchtbaren Modepüppchen, die keine Zeugnisse kein gar nix sehen wollten, sondern sofort einen Termin ausmachten. Und im Wartezimmer, sehr karg, wenn auch freundlich gestrichen, wurde uns Wartenden ein Klemmbrett in die Hände gedrückt, ausfüllen, immer noch ohne Hinweis auf die nähere Tätigkeit -. nun ja, mit "Promotion" (also WERBUNG jetz) kann man ja nix falsch machen, oder? Hinter den Riffelglasscheiben liefen Menschen auf und ab, ab und zu polnische Modells mit Kostümchen *würg Ich scherzte mit einer anderen Wartenden schon über die wahnsinnig seriöse Ausstrahlung dieser Firma, da war mein erster Gedanke, hey, die suchen "Modells", also "Modells" jetz - "Masseussinnen" etc. Wo ist der Zuhälter, na? Kein Mann weit und breit. Ich begann die Warterei amüsant zu finden, schaute schon nach versteckten Kameras. Das eine Kostümchen führte mich dann nach 40 min (!) Warten in einen fast leeren rießigen Raum und sie und ihre Schwester - zwei wirkliche polnische Püppchen - fragten mich mit unnachahmlichem Akzent, was ich suche und nach drei Sätzen war es auch schon vorbei. Feste volle Stelle Promotion - immerhin angeblich für Shows und Theater und Musicals etc. - nein danke, da hätten sie am Telefon auch kein so großes Geheimnis machen müssen. Mein beiden anderen Telefonjobs verzögern sich noch. Es wird eng, verdammt eng.

Muß meine Geburtstagfeier vorbereiten.

Heute hat mein Lieblingsforum bei "Zeit zu Leben" geschlossen, ich bin wirklich traurig ... auch wenn heute die Sonne scheint - ... ich war in der Stadt - es ist so so so beschissen, wenn man sich gar gar gar nix kaufen kann ...

posted by Catherine | 3/19/2003 11:43:00 AM


Sonntag, März 16, 2003  

Wortküche
Herzschmerztablette (gefunden bei Pete)

Eine Katze namens „Moustache“ (Schnurrbart) gefunden in meiner derzeitigen wunderbaren Lektüre „Kleine Schule des Karusselfahrens“ von Arno Geiger, welches wunderbare Formulierungen und Sprachspiele enthält

Alte Liebe rostet nicht

Sonniges Wetter ruft trotz Hustenkonzert und zig fliegenden Fröschen in Halshöhe nach draußen, mit Patricia und Sonja treffe ich mich vor diesem romantischen, leider derzeit wegen des wunderbaren Wetters und des freien Sonntags hoffnungslos überfüllten rot-weiß gestreiften Cafehaus-Bootes.
Ihre Fahrräder vorbeischiebende Touristinnen amüsieren sich: „Schau! Daaaaa ist deine „Alte Liebe“!“ – sie zeigt auf das von Hand gepinselte Schild am Boot – „Wie schön, der Name! ...DAS ist deine alte Liebe in Köln! ... und meine alte Liebe? Wo ist sie nur?“
Der Himmel fährt sein blauestes Blau auf, die Wellen des Rheins unterschwappen mit einem steten angenehmen Geräuschden Steg zum Boot, ich ahne das Gefühl, das Seefahrer haben können, wenn sie nach langer Zeit auf dem Wasser einen ersten Landgang machen. Wenn das Schwingen an Deck nicht mehr ausbalanciert werden muß, in einem unbewußten Akt freilich, was das bewußte Laufen auf dem Festland dann umso seltsam unbalancierter aussehen läßt.

Wunderschön altmodische Holzvertäfelung und ein goldschimmerndes Schild zur Damentoilette. Diese sympathische Mischung aus Patina und Dampfschiffsnoblesse. Gebohnertes Parkett. Aus der Küche ein Duft nach Waffeln, die auf einem massiven Klappschild in liebevoller Handschrift ausgeschrieben sind. „Frische Kuchen“ steht da und hätte ich Geld und würde ich nicht zumindest derzeit halbbewußt meine Ernährungsweise ohne Weizen einhalten, so würde ich zu gerne einen Apfelkuchen. Sicher gäbe es dort Apfelkuchen. Eine ältere Dame mit Silbertablett und Rundscchürzchen eilt an mir vorüber durch die Schwingtür zum Unterdeck. Wir wollen aber spazieren, das hier wird nur eine Toilettenpause, nichts weiter.

Wir laufen neben zweiundzwanzig Skatern, 43 Radfahrern und 56 pensionierten älteren Herren vorbei – uns begegnen 23 Kinderwagen und 17 Kleinkinder, die den Arm ihrer Mütter in die Länge ziehen, die 13 verschiedenen Hunderassen nicht zu vergessen, deren Besitzer irgendwie immer sehr einfach daran auszumachen sind, daß Herrchen oder Frauchen in der Regel wenn auch nicht immer, so doch häufig den gleichen Friseur, aber zumindest den gleichen Geschmack zu haben. Kurz: es ist unangenehm voll, ein Promenieren und Flanieren auf der Rheinpromenade wird zum Sehen und Gesehenwerden. Ich frage mich dabei nur: von wem?

Unermüdliche zündeten mal hier mal da ein Grillfeuer an, Rauschwaden mal hier mal da bezeugen derlei Aktivitäten. Einer der schmalen Schwaden in etwa 400m Entfernung wird immer schwärzer und schwärzer und wir, wieder bereits auf dem Rückweg, schütteln den Kopf über die Unvorsicht womöglich Benzin oder andere Schadstoffe zu verbrennen. Nach ein paar Minuten wird erschreckend deutlich: dort brennt etwas wohl unfreiwillig. Nur wenige Schritte weiter beschleicht mich die Erkenntnis, daß diese Flammen, die nach der nächsten Kurve sichtbar werden, diese wildwuchernden roten Flammen, die diese immer schwärzer werdende Rauchsäule verursachen, daß diese Flammen gerade dabei sind die „Alte Liebe“ zu verbrennen. Alte Liebe rostet nicht. Alte Liebe brennt in Schutt und Asche. Ich wohne einer livehaftigen Metapher bei. Mir sollte es mulmig werden. Ein bischen wird es das auch. Patricia weißt auf die Schaulustigen, die auf der Brücke stehen - wie Zierzähnchen an einer Häkeltischdecke, mehr Muster als Menschen. Metaphern und Mustern. Unwirklich. Angst habe ich keine. Ich bin sicher, daß keiner zu Schaden kam. Keine Sirenen zu hören. Nochnichteinmal Feuerwehr. Wie kann ein Feuer auf einem Schiff ausbrechen, das wahrscheinlich kaum volle Tanks hat? Wobei: gewachstes Holz ist sicherlich schwer zu löschen, oder?

Die Löschwasserbögen zeichnen sich in den Himmel. Zwei mickrige Linien – das kann nicht helfen, denke ich. Ein merkwürdiges Schauspiel. Im Nachbarboot sitzen die alten Damen und Herren auf der Seite der Reeling zur „Alten Liebe“ hin, alle Sitze ausgerichtetr nach vorne, keiner sitzt einem anderen gegenüber. Live Action vor der Nase. Hey, schon mal ein brennendes Boot gesehen? Cool, Alter ... Mich schaudert es ein bischen, ich vergegenwärtige mir, daß ich noch keine halbe Stunde vorher die „Alte Liebe“ betreten habe und mir den Sommer gewünscht habe und ein Stück Apfelkuchen. Und ich bin traurig. Die Flammen lodern weiter, das Boot ist nur noch ein Gerippe, das gesamte obere Deck ist nur noch ein schwarzes Gerüst gerösteter Salzstangen.

Alte Liebe rostet nicht, aber sie brennt. Seebestattung inclusive.


Nachdem ich wieder zuhause ankam, keinen Kilometer von der ehemals Alten Liebe entfernt lese ich auch schon im Internet daß sie nicht mehr zu retten war und daß die Feuerwehr das Boot kontrolliert abbrennen ließ. Wie schade.
(Berlin muß angesichts dieser Beschreibung einfach noch warten.)

Jetzt hätte ich Lust zu telefonieren. Dabei wäre mir fast egal wer – ob Will, Mark, Marc oder Mirko ob Betty oder Pete, an die ich hiermit denke *lach bzw. teils auf den Anrufbeantworter gesprochen habe.


Fundstücke aus den „13 ½ Leben des Käptn Blaubär“,
das Buch, das Mirko mir geliehen hat, dessen Eddingmarkierungen sicher auch etwas aussagen über ihn, die ich hier nicht zitiere.

Was MIR zugelaufen ist:
„Die Gerüchteküchen, heute nur noch ein sogenanntes geflügeltes Wort, gab es in Atlantis wirklich. Es waren kleine Lokale, geführetvon ornischen Dünenunken, in denen man Gerüchte zu sich nehmen konnte. „Gekocht“ wurden die Gerüchte an großen runden Holztischen, an denen die Unken saßen, eifrig Zigartetten rauchten und vor sich hinmunkelten. So entstand nach und nach aus Gemunkel, kleinen Verleumdungen und unüberprüfbaren Behauptungen ein interessantes Gerücht, das man aufschnappen, mit nach Hause tragen und weiterverbreiten konnte, zum Beispiel, daß der Bürgermeister von Atlantis nachts heimlich aus Mülltonnen ißt.“

„Die restlichen wesentlich harmloseren Vampire unterteilten sich in Geruchs-, Gefühls- und Geräuschvampire. Geruchsvampire warenb zum Beispiel die extrem dünnen, etwa andertalb Meter langen Olfaktillen, die bis zu fünfzehn Nasen hatten. Diese ernährten sich ausschließlich von Körpergeruch jeder Art. Was zunächst etwas unappetitlich klingt war eine ausgesprochen praktische Sache: Wenn man nach einer sportlichen Betätigung stark nach Schweiß roch, genügte es, wenn sich eine Olfaktille für wenige Sekunden an einen schm,iegte und den Schweißgeruch durch ihre zahlreichen Nasen inhalierte – der unangenehme Geruch war danach komplett verschwunden.
Es gab eine etwas unbeliebtere, wesentlich kleinerre Sorte von Olfaktillen mit nur vier Nasen, dafür aber mit acht Beinen, die auf schlechten Atem spezialisiert war und nachts auf die Gesichter von Schalfenden kletterte, um den Mundgeruch abzusaugen. Es konnte schockauslösend sein, nachts aufzuwachen und eine schnaufende Kleinolfaktille auf seinem Gesicht zu finden.“

Eine der schönsten Kreaturen in Zamonien finde ich nach wie vor den Zwiezwerg:

„Zwiezwerge spazierten überall herum und stritten sich mit sich selbst. Es waren bemitleidenswerte Kreaturen aus der Gattung der Doppelwesen, die aus einem sprechenden Kopf und aeinem sprechenden Bauch bestanden, sie sich eigentlich immer uneins waren, egal worüber.“

posted by Catherine | 3/16/2003 01:07:00 PM


Samstag, März 15, 2003  

Was macht eine erfolgreiche Ausstellung aus?
In einem Aufsatz zu derzeit erfolgreicher Ausstellungskonzeption lese ich, daß das alte Konzept des „Sehen Gehen Verstehens“ von einem „Schlendern Schauen Staunen“ abgelöst wurde.

posted by Catherine | 3/15/2003 12:33:00 PM


Freitag, März 14, 2003  

Glück

Die Trauer hat das Bedürfnis, irgendwann vorbei zu sein
- eines Tages.
Und wenn man sie nicht lässt, dann wird sie einem böse,
weil man sie nicht geachtet hat.

Und das Glück hat auch ein Bedürfnis - es hat das
Bedürfnis anzudauern.
Und auch das Glück wird sauer, wenn man ihm das verwehrt.

Was also könnte man tun?
Nun du zeigst es uns hier:
sich an die glücklichen Momente immer mehr erinnern
und sich daran freuen und genießen derart beschenkt worden zu sein.

Gefunden in einem meiner Lieblingsforen und eine
wunderbare Überleitung zum „Glück in Berlin“ –
der Text ist noch in der Mache, coming soon

posted by Catherine | 3/14/2003 05:23:00 AM
 

Dein Grinsen war ein Sieg.
Ich fühlte mich als Verliererin. Damals vor etwa 6, 7 Jahren nicht zum ersten Mal.
Drei Jahre vorher schonmal, als ich auf ner Party mit einem stets flirtenden guten Bekannten knutschte, der wegs seines wirklich wunderbaren Tanzstils in meiner Stammdisco, die zunehmends auch deine wurde, sowas wie der Star der „’au“ – und so heißen wirklich nur Dorfdiscos – war und wie unangenehm stolz du warst, als du mir am Sonntag drauf sagtest, daß du abgeholt wirst, ohne einen Namen zu nennen und es sich nicht schickte in unserer Family zu fragen von wem und daß all das genügte darauf hinzudeuten, daß du einen neuen Freund hast. Und dein stolzer siegreicher Blick, als ich meine Überraschung nicht verbergen konnte, daß es Stefan war, der klingelte, dich umarmte und küßte und mit dir in seinem roten getunten Golf davonfuhr. Ein halbes Jahr später waren wir keine Freunde mehr. Noch heute sagst du, du könntest nix dafür. Nein, du konntest nie etwas für irgendwas. Du verschlingst Menschen, die Femme Fatale zieht immer. Interessante Menschen aus meinem Kreis heraus. Ich kämpfe noch mit dem Verinnerlichen der Erkenntnis: dann waren sie es nicht wert meine Freunde genannt zu werden.

Mit Bea in der Schule, das war eine gute, ansporndene Konkurrenz. Sie war meine Freundin. Auch sie war mal in den gleichen Typen verliebt wie ich, mit 15, hat ihn sogar gekriegt. Und wir haben es gemeistert, diese schwierigen, wenn auch kurzen drei Wochen euerer Beziehung. War meine Gelegenheit zum Entlieben damals, gottseidank. Das war allerdings Freundschaft und Freiwilligkeit.

Du gibst dich mir nie freiwillig preis.
Du gibst mir das Gefühl gegen dich zu verlieren. Doch bei genauerer Betrachtung, was war da bei Mike2, damals vor 6 Jahren, der zweite Fall seiner Art, einer mit dem ich auf einer Geburtstagsparty rumknutschte, den du kurz danach oder davor, du erzählst es mir ja nie, zu deinem Liebhaber oder was auch immer erkorest? Wie du mich stolz und siegreich angrinstest als ich dir gestand, obwohl ich mit ihm nach Hause gegangen bin, NICHT mit ihm geschlafen zu haben Ich konnte nicht, ich WOLLTE nicht mit einer nach Qualm stinkenden und Sturzbäche von Schweiß vergießenden, überaus behaarten Beinahealkoholleiche schlafen, auch wenn diese noch so interessant über Theater plaudern konnte und gar Ambitionen hatte zu Regie – du warst mein Regisseur noch zwei Jahre zuvor – damals dachte ich, wenn DAS Regieführen heißt, dann kann ich das auch, wenn du nicht diese Riege an guten Schauspielern und Schauspielerinnen – also uns - gehabt hättest, dann wäre das Stück schwer schiefgegangen. Ja, Mike2, du gehörtest zu einem der durchaus interessanten Menschen die ich in S. traf, früher oder später mußtest du auf Jaqueline treffen, die ein Jahr nachdem ich die Stadt verließ nach S. kam und mir nicht nur studienmäßig, sondern auch im Freundeskreis einfach vieles nachmachte. Das Konzept der Imitation, lernen durch Imitieren, nicht umsonst waren wir Stars im Playback.

In deiner Wohnung ließ ich mich auf ein letztes Glas Wein verführen, auf deiner grünen Cordcouch, die ich nicht genauer betrachten wollte. Dann völlig fertig auf dein Bett, das vermutlich seit nem halben Jahr keinen neuen Bezug mehr gesehen hatte. In einer Wohnung in der der Abfall süßlich roch wie Erbrochenes und überall, wirklich überall die Kippen verstreut lagen, aus mehreren Aschenbechern quollen. Deren Einrichtung dir nichts wert war, du hast sogar noch die Lampe mit den Sandmännchenmotiven im Schlafzimmer hängen lassen, auch die goldbommeligen Sessel und die verchromten Wandkelchlampen, die statt nach oben ragten nach schräg unten hingen, ganz zu schweigen von den Tapeten, auch die stammten noch von dem Vormieter wie du sagtest. Abgebrochene Resopalmöbel, ein Kurbeltisch mit teils rissigen Kacheln, vollbeladen, darunter verschimmelte Essensreste. Mir wurde übel von deiner Wohnung, in deinem Bett hielt ich es keine zehn Minuten aus und ich flüchtete, du warst kaum noch zu Abschiedsworten fähig so weggeworfen hattest du dich, in Alkohol, in dein stinkendes Bett, in Schweiß, in Schlaf. Ich flüchtete morgens um halb fünf in den einsamen Morgen wo keine 500m weiter Jaqueline mit irgendeinem 15 Jahre älteren Künstler im Bett lagest, der mich unbekannterweise mit erstem Satz als „Pummelchen“ bezeichnete, die Mitbewohnerin von Jaqueline im anderen Zimmer mit Robert, einem Exfreund von früher von mir, den du auch eingeladen hattest, was mich amüsierte, im Bett lag und Mike2 und ich vorher im Flur, da alle Betten belegt waren und aus Langeweile und wegen Alkohohl und allgemeiner Pärchenbildung auch einfach mal anfingen rumzuknutschen. Jetzt klingeln? Wie wäre das Synchronvögelgeräusche seiner Schwester UND seines Exfreund mit einem schrill-penetranten Klingeln zu übertönen versuchen? In dieser Prä-Party-Alkoholmorgeneinbruchsstimmungseinsamkeit kriegte ich beim Gedanken daran mitten auf der Hauptstraße von S. einen Lachanfall bis mir die Tränen kamen. Ich ging zum Schloßpark und es war zum Glück Sommer, angetauter Morgen und döste auf der Parkbank bis es sieben war. Lief dann zu Jaquelines WG; halb acht, eine gute Zeit zum klingeln.

Jaqueline, wenn das dein Sieg war, möchte ich gerne eine schlechte Verliererin sein.
Aber vor allem möchte ich nicht mehr wettrennen.

Oder Bernhard, den du auch verführtest. Der als Theologe nochnichtmal Ansätze von Moral besaß und mich und sie diesbezüglich auf eine sehr geschickte Art belog. Hätten wir totales Pech gehabt, hätte es sogar soweit kommen können, daß wir zur gleichen Zeit was mit dem gleichen Mann gehabt hätten. Warum er log? Um sich nicht in Schwierigkeiten bringen zu müssen. Dosierte Wahrheit. Raffiniert ist für mich keine Qaulitätsbezeichnung für Kommunikation, sondern etwas was meine Alarmglocken klingeln lässt.

Manchmal ist Verschweigen lügen. Bin ich alleine so naiv, daß ich wirklich alles sagen können möchte, natürlich ohne das Gefühl zu haben es zu müssen?

Und jetzt, kürzlich hat Mark den Startschuß gesetzt für ein neues Rennen. Ein Rennen, in dem ich nach wenigen Metern Führung schon wieder zurückgefallen bin. Ich mag nicht mehr. Ich möchte selber bestimmen wen ich wie schnell kennenlerne. Liebe Jaqueline, ich mag dich, aber ich mag keine Spielchen, die meinen Freunde betreffen oder die, die es noch werden könnten. Nicht schon wieder!

posted by Catherine | 3/14/2003 03:13:00 AM


Donnerstag, März 13, 2003  

Berliner Notizen: (werden noch ergänzt)

Plakat für das jüdische Museum in Berlin:
Bild: Zahnbürste in Großaufnahme auf die gerade aus einer Zahnpastatube eine grüne Raupe gedrückt wird.
Text: Nicht das, was Sie erwarten.
???

Bewag-Plakat (Berliner Stromversorgung):
Text: Aufzug ohne Strom ist dumm gelaufen.
Wie gut, daß Sie sich auf uns verlassen können.

Türschild in Messing in der Wohnung unter meiner Gastwohnung:
"Klingeln Sie nur, wenn
Sie sich verdammt sicher
sind, daß Sie erwartet werden."
Text eingraviert in einer häßlichen fetten Serifenschrift, Umbruch wie oben, zentriert abgesetzt und an der Tür angebracht auf eine Art, die auch den letzten Menschen davon überzeugt, daß die Bewohner garantiert keinerlei Hang zu typographischem oder gar ästhetischen Feingefühl haben

posted by Catherine | 3/13/2003 08:04:00 AM
 

Wortküche:

Kondensalat

(muß unbedingt mal schauen wie ich die hier übersichtlicher mittels linking sammeln kann)

posted by Catherine | 3/13/2003 07:58:00 AM
 

Warum möchten Sie nicht weiter alleine arbeiten?
"Ich bin keine Topfpflanze.
Ich möchte lieber in einem Blumenbeet gedeihen."

... was ich erntete war ein Schmunzeln von Herrn Engelke beim Vorstellungsgespräch.

posted by Catherine | 3/13/2003 07:57:00 AM
 

Denglish by Catherine:
Bush: War is Bullshit.
War und ist mir egal.

posted by Catherine | 3/13/2003 07:56:00 AM
 

eine sicher wunderbare Ausstellung: liebe.com zum Thema 250 Jahre Liebesbrief derzeit in Frankfurt, Museum für Kommunikation

posted by Catherine | 3/13/2003 07:55:00 AM


Sonntag, März 09, 2003  

Peter Greenaway neuestes Projekt:
http://www.tulseluper.net

posted by Catherine | 3/09/2003 07:39:00 AM
 

Was zählen eigentlich Schafe beim Einschlafen?
Woher kommt die Bezeichnung "00" für WCs?
Wieso drückt man jemand die Daumen?
www.fragenohneantwort.de
Wissen das keiner braucht

posted by Catherine | 3/09/2003 06:35:00 AM
 

Vorgestern wieder daran erinnert, daß ich unbedingt Iza schreiben möchte. In Montreal. Wie man sich verbunden fühlen kann einem Menschen, die man immer nur in der Ferne erlebt.

Eine mögliche Schauspielübung, abgewandelt aus einer NLP-Übung:
Platz A ist das Ich, Platz B die Rolle, das Ich vergegenwärtigt (muß ja nicht jeder aufschreiben, schließlich machen wir Theater und nicht Therapie) und die Rolle wortwörtlich beschrieben aus den Punkten (Danke, Tony): Körper Kopf Herz Sex Arschloch, je ein Din A4 Blatt, mindestens 10 Schritte voneinander entfernt ausgelegt. Vorbereitende Übung ist die (intelektuelle) „Reise zur Figur“, dann das körperlich-sinnliche Hineingehen in die Figur, jeder Aspekt einzeln, wichtig ist die Focussierung auf die Veränderung im wahrgenommenen Zustand.
Was freu ich mich, wenn das Schauspieltraining weitergeht. WENN sich genug Leutchens melden!

Die Essenz des gestrigen Abends: Wer wartet bis zum richtigen Zeitpunkt betrügt nicht nur meistens sich (durchaus verzeihlich, wenn auch hinderlich) aber sein Leben und im unangenehmsten Falle das anderer
Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht aufschieben. Oder nicht ändern.
Es ist z.B. müßig zu fragen: Oma, warum mußtest du ausgerechnet zwei Wochen vor meiner Diplomprüfung sterben? X, warum mußtest du gerade einen Tag nach Sylvester Schluß machen? Warum mußte ich einen Monat nach Bezug meiner neuen Wohnung meinen festen freien Nebenjob verlieren? Y, warum hast du gerade Schluß gemacht als ich gerade aus dem Krankenhaus kam? Und Z, warum DU ausgerechnet am Tag vor meinem Geburtstag?

Musik: Mercury Rev – All is Dream
Ich verstehe kaum ein Wort der Texte obwohl es Englisch ist.

Morgen muß ich superviel erledigen noch vor Berlin; nächste Woche kann ich bestimmt nicht so lange schlafen. Meine Diplomarbeit runterbrechen auf das Wesentliche.

posted by Catherine | 3/09/2003 06:07:00 AM


Samstag, März 08, 2003  

Der Versprecher des Tages in nem 1,5 h Telefonat mit Mirko vorgestern: „Ich möchte mich mit einer Rolle desinfizieren.“

Spätere Wörter, die mich fanden: Herzspaziergänge und Denkwolken

08.03.03
Seit den letzten zwei Wochen weiß ich endlichmal wieder ein Stück weit mehr was ich mir wünsche; was ich brauche, menschlich. Da hat man oft so bestimme Vorstellungen und wenn dann ein gegenseitiges Näherkommen da ist dann werden manche Vorstellungen plötzlich unwichtig. Runtergebrochen heißt das: Ehrlichkeit, Offenheit, Sichmitteilenkönnen, Durchlässigkeit, Herzlichkeit/Wärme, Balance zwischen Mut und Sicherheit und Nervösität zuzulassen - Authentizität, ein Gespür dafür wie weit man zu weit gehen kann – lieber zu provozierend als zu zurückhaltend, Leichtigkeit und doch Respekt, womit wir wieder bei der Ehrlichkeit wären. Das sind zunächst mal die Basiseigenschaften. Sich mit sich auseinandergesetzt haben, nicht „fertig“ damit werden, ein gutes Körpergefühl haben wodurch auch immer – am liebsten natürlich Tanzend, Lachen und Weinen können, Nähe zulassen können, das kann auch erst mal „nur“ verbal sein, aber irgendwie brauche ich schon einen Ansatzpunkt dich kennenlernen zu können, Worte, Worte und nochmals Worte auch und vor allem! Gemeinsamer Humor, ähnlicher Blick auf die Welt, psychologisches Feingefühl. Oh ja, Bildung natürlich auch – und ästhetisches Feingefühl. A beautiful mind, visible in beautiful words. Or maybe music?
Genauso weiß ich auch immer mehr was ich NICHT will, denn meine Geduld ist (mit zunehmendem Alter???) endlich, was die Aussicht auf ebenjene Eigenschaften hervorzulocken in jemandem anbelangt, die ich nur ahnte, aber nicht erlebe, wenn er sich verschließt. Ich möchte erleben, sehen und in der Situation sein, durchaus denkend und schreibend dazwischen, davor, danach. Le vent qui portera ... (Soundtrack derzeit: Noir Desir)

Dennoch verstehe ich mich manchmal selber nicht *schmunzel ... vor allem dann wenn ich nicht sagen kann WARUM mich jemand interessiert. Und vor allem, nur dann nervös zu sein, wenn ich jemand nicht sehe und in seiner Gegenwart mir alles verschlossene bleibt, was ich ahne oder gar nur projeziere? Und ich deshalb es keineswegs leicht empfinde, sondern zum großen Teil anstrengend, da ich dich nicht sehe, da du dich nicht zeigst und auf keines meiner verbalen privateren Themen einsteigst ... sehr irritierend... I don’t know ... doch du bist nicht der einzige ... What I know now is that you are single at the moment - one of only very few personal things you told me without asking – if I understood you right in your very very careful speech ...

Was die Theorie der Homöopathie oben anbelangt muß ich glaube ich doch noch eine nicht bedachte Möglichkeit ergänzen:
Wenn Liebe Sucht war, und das könnte durchaus sein – und wenn ich dabei Yalom folge, den ich immer wieder gerne zur Hand nehme (Irvin D. Yalom: Der Panama-Hut – oder: Was einen guten Therapeuten ausmacht) Er sagt gar, daß fast alle in einem Ablösungsprozess steckenden zurückgeworfen werden, die den ehemals Geliebten wieder sehen ähnlich einem Alkoholiker der durch einen Ausrutscher rückfällig wird. Er schreibt allerdings weiter: „Es ist keine Frage des schwachen Willens; es ist etwas an dem Gefühlszustand, das den Patienten auf einer sehr tief liegenden Ebene berührt. (...) Ich glaube daß die bessene Liebe oft als Ablenkung dient und den Patienten von schmerzlichen Gedanken abhält. Früher oder später hoffe ich fragen zu können: Woran würden Sie denken, wenn Sie nicht von XY besessen wären?“ Noch mehr derlei intelligente Fragen, die einen wirklich weiterbringen finden sich in wunderbaren Häppchen in jenem Buch.

posted by Catherine | 3/08/2003 09:54:00 AM


Mittwoch, März 05, 2003  

Grundsatz-TÜV Teil 2
"Warten Sie, ich würde doch lieber statt Nummer zwei diesen hier checken lassen - wenn das noch geht?"
"Ei sicher doch - dann sachen Se moh"
"Hier - "Man lernt nur aus Fehlern. - Und wann kann ich sie abholen, die Check-ups?"
"Ei dankeschön, Sie könne se dann abhole wenn die Zeit reif ist."

posted by Catherine | 3/05/2003 11:27:00 AM
 

Ein Zettel
Ich habe gestern einen Zettel gefunden, einen sehr alten Zettel, auf dem stehen Sachen in meiner Handschrift:
"Entscheidend ist nicht, was du bist, sondern was du darstellst. Ich glaube, daß sich Schauspieler wenigstens bewußt sind, daß sie darstellen - Designer lernen das so direkt nicht." (heutiger Kommentar: dem ersteren Teil MÖCHTE ich einfach nicht mehr zustimmen, komisch jemals so etwas geglaubt zu haben) darunter: "25x25x10 beige" und eine Zeile tiefer: "Nudeln silbernes Pfeffer+Salz" (heutiger Kommentar: weiß der Himmel was das soll ... wirklich seltsam, kann mir keinen Reim darauf machen) auf der Rückseite: "10-25" (können damit Arbeitsproben gemeint sein?) darunter in gleicher Schrift: 27.04. Kai - (heutiger Kommentar: zuerst dachte ich es sei der Kai mit dem ich letztes Jahr gefastet hatte, den ich danach nur noch zweimal traf, jetzt fällt mir ein, es könnte ein Geburtstag sein eines Menschen, der noch länger zurückliegt und dann könnten auch die "Nudeln" einen Sinn machen, das könnte die nie vollendete Mailingaktion gewesen sein, wo wir in einer silbernen Kiste Buchstabennudeln versenden wollten - ach ja! wobei mich die Maße immer noch sehr irritieren) und am schönsten find ich aber den auf der unteren Hälfte der Rückseite hingekritzelten Satz: "und wenn es diese Wohnung dann nicht mehr gibt, ist es wie Krümel auf dem zusammengerollten Teppich und nur du weißt, daß es dein Lieblingskuchen war" (Kommentar: sollte der Zettel sich auf eine Zeit der Mailingaktion beziehen - das wäre dreieinhalb Jahre her! - dann betraf der Satz Mikes ganz alte Wohnung, sollte er aber doch ein Jahr jünger sein, so betrifft er meinen Umzug aus der WG damals - wirklich sehr merkwürdig, so ein alter Zettel ... )

Theorie zur Homöopathie zur Krankheit Liebe
Gleiches mit gleichem heilen. Betrachten wir die Liebe als eine Infektion *lach ("fast kommt es mir wie eine Krankheit vor" - klingt mir dieses Lied aus den 80ern im Ohr) - so ist sie - wenn sich nur einer angesteckt hat und beide Immunsysteme nicht (mehr) zueinander passen - sehr unangenehm für den, der infiziert ist. Bei mir hab ich die Erfahrung gemacht, daß sich diese Krankheit Liebe dann am ehesten auflösen lässt, indem ich ihr eine Ähnlichkeit entgegensetze. Wie das genau aussieht ist denk ich individuell verschieden. Manche stürzen sich sofort in die nächste Beziehung - manche haben noch so Post-Beziehungsphasen inklusive Kuscheln oder sogar mehr mit dem Expartner. Mir hat es immer am besten geholfen mich mit der Wahrheit zu konfrontieren: der Expartner ist noch DA, am Leben, ihm geht es womöglich sogar richtig gut - und nicht mit allen Mitteln eine Begegnung zu vermeiden. Wie das genau aussieht, wie nah es gehen darf muß man probieren. Ja, was wäre denn so schlimm daran, wenn man IHM/IHR begegnet? Es schmerzt noch womöglich. Um.wieder auf die Medizin zurückzugreifen: Schmerz ist ein gesundes Signal, das da sagt: da ist etwas nicht in Ordnung, wenn man nicht darauf hört, dann wird der Schmerz noch größer. Den Schmerz zu bekämpfen macht wenig Sinn, die wirklichen Ursachen muß man anschauen und hinterfragen (ich schreibe jetzt bewußt nicht: beseitigen!). Mir wurde zum Beispiel im Krankenhaus verboten wegen Blinddarm Schmerzmittel zu nehmen, denn wenn ein Blinddarm sich richtig entzündet und man dann seine Transmitter via Schmerzmittel außer Gefecht gesetzt hat, dann kann das lebensgefährlich werden. Wenn es also noch schmerzt, wenn man sich begegnet, dann ist eine Frage: was heißt das für mich? Daß man NERVÖS ist ist denk ich normal, daß man Lampenfieber hat ist ja auch vor jedem Gang auf die Bühne normal. Mit jeder Erfahrung/Begegnung kann man erleben wie sich so ein Gefühl reguliert. Es ist glaub ich für fast alle Menschen die mal geliebt haben ein komisches Gefühl jemandem zum ersten Mal nach längerem Nichtkontakt zu begegnen, den man mal geliebt hat. Mit der Zeit beginnt aber der homöopathische Grundsatz zu wirken. Und ein heilsamer Prozess ist auch dabei meist unvermeidlich: Die sogenannte Erstverschlimmerung, daß eben das Symptom nocheinmal kurz aufflammt bevor es verschwindet. Und eben aufflammen tut es nur, wenn man das passende Mittel gewählt hat!

posted by Catherine | 3/05/2003 11:21:00 AM


Dienstag, März 04, 2003  

Grundsatz-TÜV Teil 1
"Guten Morgen, kann ich hier ein paar Grundsätze auf Tauglichkeit testen lassen?"
"Gleich do hinne op dä Eck kinne Sie se abjewwe."
"mhm. Und wann sind sie fertig...? Ich meine ...?
"Datt kömmt janz drop ahn wie alt die sinn. Unn wie fest zementiert."
"Verstehe."
"Doh - fülle ze moh datt Antragsformular uss."
"Also ich bin mir ja noch nicht so ganz sicher, das heißt ich weiß es selber ja noch gar nicht so genau, inwieweit jetzt diese Grundsätze noch tauglich sind oder ob die sich einfach nur als Gewohnheit festgelebt haben."
"Na, dodefür sinn mir joh doh."
"... oder inwieweit die einfach nur mal entstaubt und geputzt werden müssen. Ich meine, es kann sein, daß ich doch noch ein paar behalten will."
"Neee, do mache se sich moh nit zo vill Jedanke. Mir mache datt schon e paar Johr. Sie john he nur so andersch eruss wie datt joot für sie es. Außerdem hat he joh jeder sowieso erscht emohl datt Testpaket "3 für 1" - Doh kinne se gleich die 3 um die et erscht emohl jeht hinschreibe und dann komme se ähnfach widder hierhe unn ich gucke moh ob in unserer Bibliothek schon Frooooche dezu ... - joh, datt hann sie schon richtig verstonn - eisch gucke dann moh ob do schon Fragen im Katalog existiere un dann krien sie en Sofort-Check. Sie glöve jar nit wieviele Lück die selve Grundsätze checke losse wolle, do hann mir dann Schnell-Lösunge - oh neee - datt darf ich joh net sache - dann meckert minge Scheffe joh mit mir - mir hann dann datt "Schnell-Check-Care-Paket" - wisse ze - weil die Lösunge misse se schon selver finne. Mir stellen nur die Froche ... ah - sie sinn joh schon fertisch ... joh doooodezu hann ich op jede Fall ne janze Mappe - "Man geht nicht mit einem "nur" guten Freund ins Bett." - sinn ze doch froh, datt se joote Fründe hann, watt soll dann datt "nur...?! ... Also vun der Mapp hann mir bestimmt 5 Exemplare, abber die sinn all verliehe grad, datt iss joh Saisonliteratur sozusache ... nä, höre ze, ich darf datt joh nit zuviel dezu sache, moh weiter ...: "Man muß immer wissen was man will" - na, dat müsse se schon e bissje jenauer schreibe ... datt muß ich ihne nommo zerückjewwe. Und wo hannse datt dritte? ... "Lass es dir gutgehen, aber tue niemandem weh." - datt iss doch irjendwo in der Mappe mit dinne Satzteile ... wissen se, doh froche ich mich joh schun mit mingem jesunde Menscheverstand - wozu dann datt "aber" und kä "und"? Sehen se, so unjefähr geht datt jetz he. Eisch bin zwar nur die Aushilfe in der Bibliothek vom Grundsatz-TÜV abber ab onn zu schreiwe ich aach enne paar Artikel und Froche in die Mapper erinn. Äwwer datt verrote se och nitt, nitt? ... Sooo - he hannse Ihre Lektüre. Tschö dann."

Das Rätsel des Monats:
Bringe in die richtige Reihenfolge:
Sex Geständnis Funken Freundschaft Verhältnis Kuss Beziehung Liebe Kuscheln Leidenschaft

posted by Catherine | 3/04/2003 03:16:00 PM


Sonntag, März 02, 2003  

*seufz - warum trete ich mit meiner Unpünktlichkeit Leuten derart vor die Füße, daß es einfach IMMER unglaubwürdig ist, selbst wenn ich dann mal nix bis wenig dafür kann ... c'est peut-etre ma mentalité mediterrannée ... Ihr Lieben, ich kann einfach nicht glauben wie schnell die Zeit vorbeigeht - ich glaube meine Uhren gehen einfach anders - ich bin manchmal wirklich ratlos ... dankeschön für jede gewartete Minute!

posted by Catherine | 3/02/2003 06:29:00 AM
 

23. - weil er gut küsst und weil Karneval ist
24. - weil sie angetrunken ist und angeknabbert werden will

posted by Catherine | 3/02/2003 06:24:00 AM


Samstag, März 01, 2003  

wenn ich sowas schreiben könnt ... *sehnsuchtvollseufzendeinbischenlächel

Karma Reparaturausrüstung:
Teile 1-4

1. Besorg Dir genug zu essen,
und iß es.

2. Such Dir einen ruhigen Platz
zum Schlafen, und schlaf da.

3. Reduziere intellektuellen
und emotionalen Lärm bis Du
zu Deiner eigenen Stille
kommst, und hör ihr zu.

4.

(Richard Brautigan)

passt zwar so direkt grad gar nicht zu Karneval - höchstens als Gegengewicht zu noch hoffentlich buntem Treiben heute und morgen und montag und dienstag *g ...in diesem Sinne: Kölle allaaf

posted by Catherine | 3/01/2003 08:05:00 AM
 

Gewohnheiten
Gewohnheiten, so wenn sie nicht einfach aus der Entdeckung wie praktisch eine Wiederholung doch ist entstanden sind, so tragen sie meistens ein Stück einer anderen Person mit.. Gewohnheiten sind jedesmal ein kleines Stück Erinnerung. Den Teil deiner Person, die in jedem kleinen Tun verinnerlicht wurde.
Von vielen weiß ich nicht mehr woher sie stammen, von anderen denke ich fast noch jedesmal an ihren Ursprung. Dann freue ich mich daß in meinem Alltag doch einige Menschen existieren – oder auch existiert haben.
Jedesmal wenn ich meine Wohnung verlasse brauche ich meinen Haustürschlüssel nicht mehr zu suchen, wie all die Jahre zuvor. Jedesmal wenn ich meine Wohnung betrete habe ich mir seit dir angewöhnt den Schlüssel innen im Schloß aufzubewahren. Hat nur dann eine kleine Schwierigkeit mehr, wenn man sich aussperrt. Ebenso simpel wie praktisch – danke, Mike.
Immer ein paar Teelichter zuhause zu haben, auch seit dir. Zaubert schnell Atmosphäre.
Die Art und Weise wie ich mein Handtuch um den Kopf schlage habe ich von dir, darin unterscheide ich mich von meiner Mutter und meiner Schwester. Auch daß ich eben jenes Duschgel noch immer mit besonderer Vorliebe benutze. Danke, André. Es ist nicht nur geblieben, weil du den Duft mochtest, sondern weil er zu mir passt. Nur noch zwei davon in meinem Badezimmerregal, vor einem dreivierteljahr traurig festgestellt, daß genau diese Marke in jener Duftzusammensetzung ausläuft und noch schnell vier oder fünfmal das Gleiche gekauft. An meine Haut lasse ich längst nicht mehr nur dich und CD. Gewohnheiten können bleiben.
Und schon so lange, ich erinnere mich an die bewußte Umlernphase, wie ich absichtlich meine Handschrift modifizierte: wie aus dem „ß“ ein schlichter geschwungener Schnörkel wurde, weg von dieser schulschriftartigen Letter, die mehr bauchiges „b“ war als ein weiches „ß“. Auch mein kleines „z“, in dieser alten Form mit einer ebenso geschwungenen Unterlänge fällt ab und an noch anderen auf. Auch das hab ich mir damals von dir abgeschaut und noch mit 21 meine Handschrift umgelernt, weil mir deine Buchstaben so gut gefielen. Ich hatte mich in deine Buchstaben und Briefe verliebt. Ob du immer noch so schreibst, Holger?
Es fiel mir letzte Woche zum ersten Mal auf. Seit kurzem. Ich weiß noch nicht obich es Gewohnheit nennen werde. Aber praktisch ist es, vor allem wenn gerade kein Geld da ist für eine neue Teekanne: Den Tee mit Kaffefilter aufgießen.. Möglicherweise werden jetzt alle Teetrinker laut „igitt“ schreien. Dann sagt mir was dagegen spricht; ich weis es nicht. Ich schmecke auch keinen Unterschied. Liegt vermutlich daran, daß meine Kaffeekanne und vor allem der Plastikfilteraufsatz einfach mehr Tee gesehen hat als Kaffee. Und Teefilter sind dreimal so teuer wie Kaffeefilter. Ist vermutlich Marketing. Oder Glaubenssache. Oder beides. Nebenbei: warum bin ich dann immer noch nicht auf Rasierklingen für Männer umgestiegen? Nur weil die Verpackung und die Farbe schöner ist das eineinhalbfache zahlen?
Und überhaupt: daß ich keinen Kaffee trinke, das war die erste verblüffende Feststellung einer gemeinsamen Gewohnheit. Gemeinsame Gewohnheiten verbinden. Nein, die Entdeckung gemeinsamer Gewohnheiten verbindet. Wie unmerklich sie manchmal mit den Menschen verschwinden. Das Wort „göttlich“ zum Beispiel. Für immer von Holger. „Grandios“ kann ich nicht benutzen oder lesen ohne daß ich in Gedanken eine Copyrightanfrage an Armin schicke. Neu: immer wenn ich „hervorragend“ irgendwo lese oder höre muß ich schmunzeln. Vor allem wenn ich mich ertappe etwas selber so zu bezeichnen. Eine winzige nicht unangenehme Peinlichkeit. Steht sie nicht immer am Beginn der Aneignung einer Gewohnheit? Weiter: Die Anrede „Freundliche Menschen“ und die vielen unverkennbaren Redewendungen meines früheren Profs, die zu kopieren wie viele ehemaligen Kommilitonen ich mir zu schade bin. Auch eine bwußte Entscheidung, Gewohnheiten nicht zu adaptieren, sie da zu lassen wo sie hingehören. Imitation vermeiden. „Albern“, ein Wort von mir. Ebenso angewöhnt wie gewöhnlich. Genau das ist es: eine Angwohnheit beschreitet die Grenze zwischen Gewöhnlichkeit und Individualität, vermutlich definiert sie diese sogar in großem Maße mit. Wie unmerklich gerade Sprache, gerade Wörter mit bestimmten Menschen verbunden sind, waren oder noch zu entdecken sind. Auch stets individuellen Moden und Zeiten unterworfen. Woher weiß ich, daß deine vermeintlich typischen Angewohnheiten nicht auch entliehen sind?

Wer andere in seinen Alltag lässt hat einfach mehr Möglichkeiten und Gelegenheiten nachahmend zu lernen. Praktisches wie Liebenswertes. Eigenes wie Seltsames.

posted by Catherine | 3/01/2003 07:54:00 AM
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